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Welcher Nutzen steht den Kosten gegenüber? Ausbildung bietet den Betrieben vielfältige und direkte wirtschaftliche Vorteile. Auch wenn der Nutzen teilweise nur aufgrund von Erfahrungswerten geschätzt werden kann, darf er bei den Ausbildungsentscheidungen nicht außer Acht gelassen werden.
Produktive Leistungen der Auszubildenden Der Auszubildende soll nach der Ausbildung unmittelbar beruflich einsetzbar sein. Deshalb muß er während der Ausbildung Berufserfahrung erwerben. Lernen am Arbeitsplatz und das praktische Umsetzen des Gelernten stehen somit im Mittelpunkt. Dabei sind Auszubildende auch produktiv tätig. Dies erbringt im Durchschnitt (Quelle BBiB) rund 5850 € je Auszubildenden und Jahr. Damit verringern sich die Ausbildungskosten auf 8950 € (Nettokosten). Die Spanne bei Kosten und Erträgen zwischen den einzelnen Berufen und Branchen ist beträchtlich:
Sofort einsatzfähige qualifizierte Fachkräfte Der Betrieb kann für den eigenen Bedarf ausbilden. Da die Ausbildungsordnungen Mindestanforderungen festlegen, kann das Unternehmen auch auf seine Besonderheiten eingehen und zusätzliche Inhalte vermitteln. Übergreifende Qualifikationen, wie Arbeiten im Team, und Einblick in die Firmenkultur erleichtern es, sich im Betrieb zurechtzufinden und die jeweiligen Arbeitsplätze ohne längere Einarbeitungszeiten auszufüllen.
Weniger Kosten für Neueinstellungen Auszubildende zu suchen und einzustellen, ist in der Regel kostengünstiger, als ausgebildete Fachkräfte vom Arbeitsmarkt zu beschaffen. Es sind weniger Stellenanzeigen erforderlich. Ausschreibungen und Auswahlverfahren sind nicht so aufwendig, da in der Regel weniger Einstellungsgespräche nötig sind. Viele Ausbildungsbewerber werden - für die Unternehmen kostenlos - über die Arbeitsämter vermittelt.
Geringere Einarbeitungskosten Vom Arbeitsmarkt eingestellte Fachkräfte können neues Wissen und Können einbringen, sie kennen den Betrieb aber nicht von innen. Neue Fachkräfte müssen gründlich eingearbeitet werden - durch learning by doing, Informationsgespräche, Weiterbildungsmaßnahmen usw. Solche Kosten fallen nicht an, wenn im Betrieb Ausgebildete als Fachkräfte eingesetzt werden.
Weniger Fehlbesetzungen Eine Berufsausbildung dauert zwischen 2 und 3,5 Jahren. In dieser Zeit hat der Betrieb umfassend Gelegenheit, die Auszubildenden kennenzulernen, persönliche und berufliche Eignung sowie Arbeitsmotivation festzustellen. Für die zu besetzenden Stellen kann er geeignete Ausbildungsabsolventen auswählen. Die Stärken und Schwächen der Auszubildenden werden in der Regel mehrfach eingeschätzt und beurteilt. Dies spart Geld, denn die Umsetzung eines Mitarbeiters auf einen anderen Arbeitsplatz einschließlich Einarbeitung bzw. Entlassung und Neueinstellung sind teuer. Hinzu kommt, daß Lehrlinge ihren künftigen Arbeitgeber bereits kennen.
Weniger Personalwechsel Gute Berufsausbildung mit intensiver Betreuung der Auszubildenden verstärkt das Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen. Die Auszubildenden lernen die verschiedenen Tätigkeiten und berufliche Aufstiegschancen kennen. Das fördert die Betriebstreue. Kosten für Personalwechsel werden verringert.
Mehr Ansehen auf dem Arbeitsmarkt Ausbildung verbessert das Ansehen des Unternehmens in der Region. Ausbildungsbetriebe zeigen ihre gesellschaftspolitische Verantwortung für die junge Generation. Sie machen deutlich, dass sie sich für die Qualifizierung der Mitarbeiter einsetzen. Dadurch haben sie es insgesamt leichter, geeignetes Personal zu bekommen. Durch eine stetige gute Aus- und Weiterbildung beweist das Unternehmen zudem, dass es für sich Zukunftschancen sieht.
Stabilere Lohn- und Gehaltsstruktur Neue Mitarbeiter werden oft mit übertariflichen Gehältern angeworben. Solche Kosten kann ein Ausbildungsbetrieb einsparen.
Überbrücken von personellen Engpässen Auszubildende können gelegentlich personelle Engpässe überbrücken helfen, zum Beispiel durch Urlaubs- und Krankheitsvertretungen oder bei unvorhergesehenem zusätzlichem Arbeitsanfall. So können Kosten für Aushilfskräfte eingespart werden.
FAZIT: Ausbildung lohnt sich! Den Kosten stehen - allerdings nach Ausbildungsberufen und Branchen unterschiedliche Erträge gegenüber. Die Nettokosten der Ausbildung sind erfahrungsgemäß in kleineren Betrieben erheblich niedriger als in Großbetrieben. Das erhöht natürlich den Nutzen für mittelständische Betriebe. Betriebliche Ausbildung verursacht nicht nur Kosten; auch der damit verbundene Nutzen für den Betrieb ist beträchtlich und konkret zu erfassen.
ZIEL:
- Mehr ausbilden
- Kosten senken
- Wirtschaftlichkeit erhöhen
Ausbildungskosten sind beeinflußbar. Die Bildungsarbeit der Betriebe steht derzeit unter deutlichem Kosten- und Leistungsdruck. Sie muß wie andere betriebliche Aktivitäten Erfolge nachweisen und sich mittelfristig rechnen. Es entspricht der Gesamtsituation der deutschen Wirtschaft, in der Berufsausbildung alle Möglichkeiten konsequent zu nutzen, die Ausbildungskosten zu senken und den Nutzen zu erhöhen.
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