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Wenn es mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht, werden wir den Fachkräftemangel, die Alterung der Mitarbeiter und den Mangel an Auszubildenden umso deutlicher zu spüren bekommen.
Ein Grund, sich auch (oder gerade) jetzt mit den Auswirkungen des demografischen Wandels zu befassen. Bis zum Jahr 2025 wird die Bevölkerung in Deutschland von heute 82,2 Mio. auf etwa 80,8 Mio. schrumpfen. Viel schneller wird die Bevölkerung jedoch altern: In 15 Jahren wird ein Drittel der Bevölkerung älter als 60 Jahre sein – heute sind es knapp 25 Prozent. Auch die Jugendlichen werden weniger: Während heute noch rund 16 Mio. Menschen jünger als 20 Jahre sind, werden es 2025 nur noch etwa 13 Mio. sein.
Wandel des Lebensumfeldes
Die Auswirkungen sind vor Ort, in den Unternehmen und Städten, vor allem in ländlichen Regionen, bereits deutlich spürbar. Wo die Bevölkerung sich verändert, verändert sich auch das Lebensumfeld: Wenn die Bevölkerung schrumpft und die Unternehmen keine Arbeitskräfte mehr finden, wenn Schulen geschlossen, Busverbindungen eingestellt und Lebensmittelgeschäfte aufgegeben werden, verliert die ganze Region an Attraktivität. Die Folge: Noch mehr Menschen ziehen weg und die Abwärtsspirale gewinnt immer mehr an Fahrt.
Arbeitskräftepotenzial verändert sich
Mit der Bevölkerung verändert sich auch das Potenzial der Arbeitskräfte in Deutschland. Zwar nimmt die Zahl der Erwerbspersonen innerhalb der nächsten 15 Jahre insgesamt um „nur“ fünf Prozent ab. Dabei geht die Zahl der unter 45-Jährigen deutlich zurück, während die der über 45-Jährigen von heute 38 auf rund 45 Prozent ansteigt. Damit wird es immer schwieriger, junge Arbeitskräfte und Nachwuchs zu finden.
Einige Unternehmen haben die Situation längst erkannt: Das Erfahrungswissen älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird zunehmend geschätzt und die Unternehmen reagieren mit altersgemischten Teams auf die neuen Herausforderungen. Immer mehr Unternehmen setzen sich auch für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Auch die (wenn auch zögerliche) Öffnung des Arbeitsmarktes für ausländische Fachkräfte ist ein erster Schritt, um den Arbeitsmarkt für die Herausforderungen des demografischen Wandels fit zu machen.
Sich auf rechtzeitig die Situation einstellen
Auch wenn der demografische Wandel vielfältige Herausforderungen mit sich bringt – Horrorszenarien von einer „Grei-sengesellschaft“ sind nicht angebracht. Im Gegenteil: Die Prognosen über die Entwicklung der Bevölkerung bieten die Mög-lichkeit, sich auf die Veränderungen einzustellen. Dazu müssen Konzepte und Planungen frühzeitig angepasst werden. Das gilt zum einen für die Städte und Kommunen, aber auch für die Unternehmen.
Wenn Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter älter werden, müssen Unternehmen ihre Personalplanung, ihre Produkte und Dienstleistungen an die neuen Anforderungen anpassen. Dabei ist Folgendes zu berücksichtigen:
- Chancen erkennen: Die Kunden von morgen haben andere Bedürfnisse und Ansprüche. Daraus entstehen neue Nischen und Absatzchancen für Unternehmen.
- Leistungen und Produkte anpassen: Um den Bedürfnissen der Kunden auch künftig gerecht zu werden, müssen Leistungen und Produkte an die Ansprüche von morgen angepasst werden.
- Service und Komfort ausbauen: Ältere Kunden sind erfahrene Kunden, die viel Wert auf Service und Komfort legen. Um sie zu halten oder zu gewinnen, sollten zusätzliche Serviceangebote geschaffen werden.
- Werbung und Marketing: Viele Menschen fühlen sich mit 65 Jahren nicht alt. Sie sollten nicht als „Senioren“ an-gesprochen und so über einen Kamm geschert werden. Ihre Bedürfnisse sind ebenso heterogen wie die der jüngeren Bevölkerung.
- Personalentwicklung anpassen: Das Erfahrungswissen, das Qualitätsbewusstsein und die Selbständigkeit älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollten als Potenziale genutzt werden. Berücksichtigt werden müssen jedoch auch deren Bedürfnisse z.B. in Bezug auf den Arbeitsplatz, Arbeitszeiten oder Weiterbildungsmaßnahmen.
Je früher sich die Unternehmen, aber auch Städte und Kommunen, mit den Veränderungen auseinandersetzen und sich darauf einstellen, desto mehr Zeit bleibt, um die Herausforderungen zu bewältigen, die Chancen auch tatsächlich zu nutzen und im Wettbewerb um Kunden und Arbeitskräfte einen Vorsprung zu gewinnen.
(Eingestellt am 01.04.2009)
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