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Zurzeit hat fast jeder fünfte in Deutschland lebende Mensch einen Migrationshintergrund, insgesamt also etwa 15 Mio. Personen. Bis zum Jahr 2025 wird sich die Zahl auf 17 bis 18 Mio. erhöhen. In den jüngeren Altersgruppen ist ihr Anteil schon heute deutlich höher als im Durchschnitt: Bei den unter 5-Jährigen hat jedes dritte Kind einen Migrationshintergrund.
Potenziale nutzen
Häufig werden die Berichterstattung und die öffentliche Wahrnehmung von den Schwierigkeiten und Problemen bestimmt: Ein niedriges Bildungsniveau, Sprachbarrieren, Kriminalität oder die Entstehung von „Ghettos“ in der Stadt. Dass die Viel-falt der Gesellschaft eine große Bereicherung darstellt und zahlreiche Chancen bietet, wird dahingegen selten thematisiert. Diese Potenziale müssen künftig - auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels – noch stärker genutzt werden.
- Vor dem Hintergrund des insgesamt zu erwartenden Rückgangs der Erwerbsbevölkerung müssen Personen mit Migrationshintergrund, aber auch Menschen aus dem Ausland stärker in den Arbeitsmarkt integriert werden.
- Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hat ermittelt, dass sich die kulturelle Vielfalt der Beschäftigten positiv auf die regionale Innovationsfähigkeit auswirkt. Der positive Nutzen ist für alle Qualifikationsniveaus festzustellen – die stärksten Effekte gehen allerdings von den Hochqualifizierten aus.
- Die Gründerquote ist unter Personen mit Migrationshintergrund höher als unter Deutschen. Ihr Anteil wird mit der Zunahme der Bevölkerung mit Migrationshintergrund künftig voraussichtlich weiter steigen.
- Besonders häufig machen sich Personen mit Migrationshintergrund im Gastgewerbe und im Einzelhandel selbständig. Wo Supermärkte und Discounter längst geschlossen haben, leisten sie so einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der wohnortnahen Versorgung der Bevölkerung.
- Auch für die Ausbildung von Jugendlichen stellen Unternehmer mit Migrationshintergrund ein wichtiges Potenzial dar. Sie können eine wichtige Brückenfunktion bei der Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund übernehmen.
- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund können mit ihren Sprach- und interkulturellen Kenntnissen als Schlüssel zu neuen Zielgruppen dienen und so neue Potenziale erschließen – sowohl vor Ort als auch bei internationalen Aktivitäten.
- Ob Lebensmittel, fremdsprachige Literatur oder kulturspezifische Dienstleistungen – spezielle Bedürfnisse stellen ein Potenzial für spezielle Angebote dar.
- Personen mit Migrationshintergrund müssen wie alle anderen Zielgruppen auch mit Hilfe von spezifischem Marketing („Ethnomarketing“) angesprochen werden.
(Eingestellt am 01.04.2009)
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