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Seit die Dieselkosten im vergangenen Jahr explodierten und damit im Güterkraftverkehr zum Kostenfaktor eins avancierten, erfuhren Öko-Trainings einen Boom. Nach solchen Schulungen können qualifizierte Fahrer bis zu 25 Prozent weniger Schäden verursachen und Einsparungen bis zu 4.000 Euro pro Einheit und Jahr im Bereich Betriebskosten erzielen.
Wer den Kraftstoffkonsum eines 40 t-Zuges beispielsweise von 34 auf 32 Liter je 100 Kilometer senkt, verbraucht im Fernverkehr bei einer Jahresfahrleistung von 140.000 Kilometern statt 47.600 nur 44.800 Liter Diesel – spart also pro Zug und Jahr 2.800 Liter Sprit. Bei einer Flotte von 30 Zügen sind das jährlich immerhin 84.000 Liter oder etwa 67.200 Euro, wenn man einen Literpreis von 80 Cents ohne Mehrwertsteuer unterstellt.
Wer ökonomisch fährt, verhält sich auch umweltfreundlich: Denn wer weniger Kraftstoff verbraucht, senkt auch die CO2-Emissionen. Beim schweren Sattelzug lassen sich zum Beispiel die Kohlenstoffdioxid-Emissionen laut DEKRA-CO2-Rechner jährlich um etwa 6.300 Kilogramm reduzieren, wenn das Fahrzeug fünf Prozent weniger Kraftstoff konsumiert.
Die ökonomische und vorausschauende Fahrweise führt überdies zu einem geringeren Verschleiß im Antriebsstrang und bei den Reifen. Sie senkt die Reparatur- und Wartungskosten, den Reifenverschleiß und die Prämien der Haftpflicht- und Kaskoversicherung.
Weitere Kraftstoff-Sparer sind eine moderne Motorentechnik, vollautomatische Getriebe, aerodynamische Zusatzeinrichtungen, Reifen mit geringem Rollwiderstand und Leichtlauföle. Wer in Euro 5-Fahrzeuge investierte, spart gegenüber Euro 3-Fahrzeugen seit Januar bei 100.000 Maut-Kilometern 5.000 Euro.
Die regelmäßige Kontrolle des Reifenluftdrucks wird häufig vernachlässigt, obwohl sie sich in barer Münze auszahlt. So berichtet ein Spediteur, dass er dank regelmäßiger Luftdruckkontrollen bei seinen Jumbo-Zügen die Lebensdauer der Reifen von 186.000 auf 240.000 Kilometer erhöhen und den Verbrauch um 1,5 Liter je 100 Kilometer reduzieren konnte. Schon bei einem im Fernverkehr eingesetzten Zug erreichte er damit eine Kraftstoffeinsparung von 2.790 Litern.
Auch die Folgekosten im Blick haben. Mit strategischen Maßnahmen, behaupten Unternehmensberater, lassen sich die Kosten bisweilen noch stärker reduzieren als mit den operativen Maßnahmen. Schon die Planung der Fahrzeugkapazitäten berge attraktive Sparpotenziale.
Deswegen praktizieren Unternehmen mit eigenem Fuhrpark manchmal die Strategie: Die rentablen Routen fahren sie mit eigenem Equipment, die weniger rentablen Touren bekommen die Subunternehmer. Doch seit die Aufträge wegbrechen, reduzieren auch viele Betriebe wieder die Fremdvergabe von Transporten, um ihre eigenen Fahrzeuge besser auslasten zu können.
Eine wichtige Rolle bei den strategischen Maßnahmen spielt die betriebliche Nutzungsdauer, weil sie sich erheblich auf den Wertverlust des Fahrzeugs und auf die Reparaturkosten auswirken kann. Beim Einkauf der Fahrzeuge achten kostenbewusste Unternehmen nicht nur auf günstige Rabatte, sondern vor allem auf die Folgekosten. Sie bündeln das Einkaufsvolumen oder kooperieren mit Wettbewerbern, um ihr Einkaufsvolumen zu erhöhen und auf diese Weise günstigere Konditionen zu erzielen.
Optimale Auslastung. Ein Blick über die Landesgrenzen kann bisweilen hilfreich sein: Unter dem Stichwort „Nachtdistribution“ berichten Dänen und Niederländer über „erhebliche Potenziale“. Die Vorteile: Weniger Staus am Tage, weniger Stress für die Fahrer, weniger Unfälle, geringerer Kraftstoffverbrauch. Die Logistik kann durch die Nachtdistribution effizienter werden durch mehr Drops pro Fahrt, die bessere Nutzung der Flotte und der Fahrer sowie durch weniger Leerfahrten. Ein konkretes Beispiel aus Holland ist die Route Tilburg-Eindhoven: Dank Nachtdistribution wurde die Distributionszeit um bis zu einem Drittel reduziert. Ebenso ließen sich Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen um 23 Prozent vermindern.
Niederländer berichten über positive Erfahrungen mit ihren 25,25-Meter-Öko-Linern: 32 Prozent weniger Fahrten und 23 Prozent Kosteneinsparungen. Schon die Anhebung des derzeit zulässigen Gesamtgewichts für Last- und Sattelzüge von 40 auf 48 Tonnen ergäbe CO2-Einsparungen von bis zu 20 Prozent.
Zudem beschert die moderne Verkehrstelematik dem Flottenmanagement mit Bordrechnern, Routenplanungssystemen, Fahrzeugortungs-, Navigations- und Kommunikationssystemen Optimierungspotenziale, die dabei helfen, Leerfahrten zu reduzieren und die Auslastung zu verbessern.
(eingestellt am 13.05.09)
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