| |
„Eine Ausbildung ist der Schlüssel, der jungen Menschen Zutritt zur Berufs- und Arbeitswelt verschafft und ihnen damit die Chance eröffnet, eigene Pläne zu verwirklichen, erfolgreich zu sein und Anerkennung zu finden. QuABB ist für uns ein wichtiger Baustein zur Stabilisierung von jungen Menschen in dieser besonders wichtigen Phase.
Es soll zusammen mit anderen Förderelementen allen hessischen Jugendlichen, die in der Ausbildung sind, einen erfolgreichen Abschluss ermöglichen und ihnen somit den Weg in eine gesicherte berufliche Zukunft bereiten“, sagte Kultusministerin Dorothea Henzler am Mittwoch im Landeshaus in Wiesbaden, anlässlich der Auftaktveranstaltung zu QuABB. „Die Zahlen der Ausbildungsabbrüche bundesweit sind erschreckend hoch. Nach dem Berufsbildungsbericht 2008 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wurden im Jahr 2006 bundesweit ca. 120.000 Ausbildungsverhältnisse gekündigt“, so Axel Henkel, Abteilungsleiter Berufliche Bildung, im Hessischen Wirtschaftsministerium.
Dies entspreche einer Auflösungsquote von 19,8 Prozent. Auch wenn anschließend ein großer Teil der Jugendlichen eine Ausbildung in einem anderen Betrieb aufnehme oder in eine schulische Ausbildung wechsele, so schafften 30 Prozent der Jugendlichen keinen Neustart, mit allen negativen Folgen für ihre berufliche und soziale Zukunft. Für die betroffenen Betriebe ergeben sich Verluste durch verlorengegangene Ausbildungsleistungen und die zwangsweise Revidierung ihrer Personalplanung Dem wollen das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung und das Hessische Kultusministerium gemeinsam entgegenwirken und haben das Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (INBAS GmbH) beauftragt das hessenweite Modellprogramm QUABB umzusetzen. QUABB erprobt in vier Schwerpunktregionen Hessens ein neues System der Ausbildungsbegleitung, um die Zahl der Ausbildungsabbrüche in Hessen dauerhaft zu senken und vor allem mit den „echten“ Abbrechern eine zukunftsfähige Perspektive zu entwickeln. Die Projektstandorte sind: Stadt und Landkreis Kassel, Lahn-Dill-Kreis, Stadt und Landkreis Offenbach sowie Stadt Darmstadt und Landkreis Darmstadt-Dieburg. In enger Zusammenarbeit mit den Akteuren der Lernorte Berufsschule und Betrieb werden 10 Ausbildungsbegleiter und Ausbildungsbegleiterinnen sowie Beratungslehrer und Beratungslehrerinnen präventiv tätig. Für die Beratungslehrer hat das Kultusministerium 10 Stellen bereitstellt. Ausbildungsbegleiter und Beratungslehrer entwickeln gemeinsam aufeinander abgestimmte Interventionsmöglichkeiten. Die Ausbildungsbegleiter / -begleiterinnen haben ihre Arbeitsplätze bei den lokalen Industrie- und Handelskammern bzw. den Handwerkskammern und werden von diesen aufs Beste unterstützt. Der Kontakt zu den Betrieben erfolgt in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberatern der Kammern. An den 27 beteiligten Berufsschulstandorten sind Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer in das Projekt mit einbezogen. Gemeinsam mit den Ausbildungsbegleiter/innen sind sie Ansprechpartner sowohl für die Jugendlichen als auch deren Eltern und Ausbilder im Betrieb und stellen gezielte schulische Förderangebote sicher. Die zentrale Koordinierungsstelle bei der INBAS GmbH in Offenbach entwickelt in Abstimmung mit allen Projektbeteiligten, vor allem mit den Kammern, Berufsschulen und Praktikern ein Handlungskonzept für die Beratung und Begleitung der Auszubildenden. Kernelement ist die Entwicklung eines Frühwarnsystems und entsprechender Präventionsstrategien, um so zeitig anzusetzen, dass es bereits im Vorfeld noch Chancen gibt, einen drohenden Abbruch zu vermeiden. Da bei den besonders gefährdeten Jugendlichen die Ursachen für Abbrüche oft sehr vielfältig sind und sich in der Regel aus verschiedenen, sich gegenseitig bedingender Problemfeldern zusammensetzen (Konflikte in Betrieb, Schule oder Elternhaus, Schulden oder Suchtprobleme, schwierige soziale Verhältnisse usw.), wird auf eine enge Verzahnung von schulischen, berufs- und sozialpädagogischen Lösungsansätze und Förderangebote gesetzt. Der Handlungsansatz liegt auf Krisenprävention und Krisenintervention, immer mit dem vorrangigen Ziel, einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss oder eine tragfähige Anschlussperspektive zu erreichen. Henkel: „Das Modellprogramm hat eine hohe Relevanz, denn die vorzeitige Auflösung von Ausbildungsverträgen ist für beide Seiten, Unternehmen wie Jugendliche, meist mit sehr negativen Konsequenzen verbunden. Vor allem in kleineren Betrieben führen schlechte Erfahrungen oft zu einer Entscheidung gegen weitere Ausbildung im eigenen Betrieb, wodurch wertvolle Ausbildungsplätze unter Umständen auf Dauer verloren gehen.
Die Jugendlichen hingegen verlieren wertvolle Ausbildungszeit in Hinblick auf das Berufsziel und den Übergang ins Erwerbsleben. Bei einigen Jugendlichen folgt kein weiterer Versuch mehr, eine Ausbildung zu machen, was zu gravierenden Nachteilen auf dem heutigen Arbeitsmarkt führt und langfristig ein großes Risiko für die soziale Integration darstellt. Weitere Informationen zu dem Projektvorhaben finden Sie unter www.quabb.inbas.com www.wirtschaft.hessen.de
(Eingestellt am 04.06.2009)
|
|