Carnet ATA: Erleichterte Wiederausfuhr von Waren

Die Zollbehörden der Länder Norwegen, Schweiz, Bosnien-Herzigowina und Israel gewähren Erleichterungen im Zusammenhang mit Waren, die mit Carnet ATA eingeführt wurden und aufgrund der Corona-Epidemie nicht bis zum Ablaufdatum wie geplant ausgeführt werden können.


Alle vier Länder gewähren Anschluss-Carnets. Zuständig ist die Zollstelle, die für die vorübergehende Einfuhr (Eingangszollstelle) zuständig war. Ist ein Carnet noch gültig, aber die Waren können bis zum von den Zollbehörden genehmigten Enddatum (das bald abläuft) nicht wieder ausgeführt werden, sollte sich der Carnet-Inhaber mit dem Eingangszollamt in Verbindung setzen, um eine Verlängerung des Enddatums der Wiederausfuhr zu beantragen (Ausnahme: Israel, siehe unten) oder um den Zoll zu informieren (Schweiz). Lesen Sie hier die ergänzenden Hinweise zu den Ländern:

Norwegen

Falls die oben genannten normalen Verfahren innerhalb der Fristen nicht einzuhalten sind, kann bei der Zollstelle beantragt werden, die Wiederausfuhrfristen über die Gültigkeitsdauer des Carnets hinaus zu verlängern. Das Carnet kann zum Zweck der Wiederausfuhr um einen Monat verlängert werden. Inhaber von Carnets, deren Gültigkeitsdauer in Kürze abläuft, könnten bei der Handelskammer Oslo einen Antrag auf Genehmigung der Wiederausfuhr stellen, in dem sie angeben, dass die Verzögerung durch die derzeitige Pandemiesituation verursacht wird. Mitzuteilen sind folgende Daten: Carnet-Nummer, Name des Inhabers, Datum der Gültigkeit und der Name der Zollstelle für die Formalitäten. Anträge sind an die Handelskammer Norwegen zu senden.

Bosnien-Herzigowina

Sollte der Carnet-Inhaber aufgrund der Auswirkungen von COVID-19 nicht zur Zollstelle kommen können, kann der Antrag auf Verlängerung (z.B. Anschluss-Carnet) der Wiederausfuhrfrist zusammen mit Nachweisen für Isolations- oder Quarantänemaßnahmen per E-Mail eingereicht werden. Bei der Wiederausfuhr der Waren müssen der ursprüngliche Antrag und das Carnet ATA dem zuständigen Zollamt vorgelegt werden.

Israel

Israel verlängert die Wiederausfuhrfristen automatisch bis zum 1. Juli 2020, wenn das Enddatum der ursprünglich gewährten Wiederausfuhr sowie die Gültigkeit des Carnets zwischen dem 1. Januar 2020 und dem 1. Juni 2020 liegt. Es ist somit nicht zwingend erforderlich, ein Anschluss-Carnet auszustellen oder die Verlängerung zu beantragen. Die neue Frist wurde im Verwaltungssystem des israelischen Zolls aktualisiert.

Schweiz

Im Zusammenhang mit Covid-19 werden Carnet-Inhaber angewiesen, Anschluss-Carnets zu verwenden. Die physische Anwesenheit des Carnet-Inhabers oder des bevollmächtigten Vertreters ist für die Erledigung der Formalitäten nicht erforderlich. Anschluss-Carnets können per Post oder Kurierdienst an den Zoll geschickt werden.