Weniger Korruption durch mehr Transparenz

Nach dem öffentlichen Trubel rund um Edward Snowden und spätestens seit dem aktuellen Facebook-Skandal ist das Wort „Whistleblower“ zum gängigen Begriff geworden. Um Hinweisgeber künftig besser zu schützen, tritt ab dem 17. Dezember die EU Richtlinie zum Whistleblowerschutz in Kraft. Deutschland plant die Umsetzung durch das Hinweisgeber-schutzgesetz (HinschG).
Schon sehr bald sind Hinweisgeber vor arbeitsrechtlichen Sanktionen gesetzlich geschützt und können Tipps, die der Aufdeckung von Gesetzesverstößen dienen, über sogenannte Meldekanäle anzeigen. Die EU-Whistleblower-Richtline (EU 2019/1937) muss bis zum 17. Dezember 2021 in deutsches Recht umgesetzt werden. Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden sind zur Einrich-tung einer Meldestelle verpflichtet und sollten sich rechtzeitig bemühen, denn das geplante Hinweis-geberschutzgesetz (HinschG) wird in Kürze verab-schiedet.

Meldestelle ab 50 Beschäftigte

Die Meldestellen sollen die Hinweise von Verstößen gegen EU-Recht sowie Straftaten und Ordnungswidrigkeiten entgegennehmen, den Hinweisgeber schützen und ein Verfahren vorgeben, wie mit der Meldung umzugehen ist. Hier sind die garantierte Vertraulichkeit und zeitnahe Nachverfolgung oberste Priorität.
Ein professionell betriebenes Hinweisge-bersystem bedeutet interne eigene Kon-trolle über den Hinweis für die Klärung und Prüfung. Hierfür muss im Unterneh-men Vertrauen aufgebaut werden. Vertraut der „Whistleblower“ dieser Meldestelle, wird er auf eine öffentliche Meldung – wie beispielsweise bei der Staatsanwaltschaft – verzichten. So ist das Unternehmen auch vor Reputationsschäden geschützt.
Nicht zuletzt ist die Meldestelle zentraler Bestandteil eines modernen Compliance Management Systems. Die Compliance-Abteilung erhält einen Überblick über Schwachstellen, Unregelmäßigkeiten und Fehlverhalten und kann Maßnahmen ergreifen, solche im Vorfeld zuverhindern. Um personellen und organisatorischen Aufwand zu sparen, dürfen Unternehmen diese komplexe Umsetzung ausgliedern.