Historische Meilensteine

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Fulda ist eine von bundesweit 79 Kammern in ganz Deutschland. Dachorganisation ist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. Als öffentlich-rechtliche Körperschaft vertritt die Industrie- und Handelskammer Fulda das Gesamtinteresse der regionalen Wirtschaft mit über 13.000 Mitgliedsbetrieben in Stadt und Landkreis Fulda und setzt sich unter anderem für eine bessere Infrastruktur und weniger Bürokratie ein.

Im Auftrag des Staates organisiert sie zum Beispiel die Berufsausbildung und bietet darüber hinaus ein breites Beratungs- und Dienstleistungsangebot für Unternehmen, Existenzgründer und Auszubildende. Dabei orientiert sie sich am Leitbild des „Ehrbaren Kaufmanns“. Als sich mit Beginn des Industriezeitalters im 19. Jahrhundert die Beziehung zwischen Staat und Privatwirtschaft veränderte und sich aus einfachen Abläufen immer komplexere Regelungen für die private Wirtschaft entwickelten, begannen die Unternehmen, sich zu organisieren. Länderübergreifender Warenhandel brachte Kommerzkollegien, Gilden und ähnliche Einrichtungen hervor, aus denen sich später die Industrie- und Handelskammern entwickelten.
1892 forderte die Kaufmannschaft der Region Fulda die Errichtung einer eigenständigen Kammer. Die preußische Regierung versagte allerdings die Genehmigung. 1893 entschieden sich die Fuldaer Unternehmer daher für eine Zugehörigkeit zur Industrie- und Handelskammer Hanau. Es sollte noch knapp 30 Jahre dauern, ehe am 1. April 1920 die erste Geschäftsstelle in der Petersberger Straße in Fulda als Außenstelle der Industrie- und Handelskammer Frankfurt/Hanau eingerichtet wurde. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Industrie- und Handelskammern nach dem Führerprinzip zu „Gauwirtschaftskammern“ umstrukturiert und Stück für Stück ihres Selbstverwaltungsprinzips beraubt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg genehmigte der Wirtschaftsminister des neu gegründeten Landes Großhessen die Errichtung einer eigenständigen Industrie- und Handelskammer mit Sitz in Fulda, zu deren erstem Präsidenten in einer konstituierenden Sitzung der Vollversammlung am 28. März 1946 der Unternehmer Dr. Hermann Muth, Hutstoffwerke Fulda Muth & Co., gewählt wurde. Mit der Verabschiedung des Handelskammergesetzes 1956 erhielten die Industrie- und Handelskammern den Status der öffentlich-rechtlichen Körperschaft.
Unter ihrem Präsidenten Dr. Walter Bauer, Generaldirektor der Val. Mehler, ließ die Industrie- und Handelskammer Fulda 1968 ihren heutigen Geschäftssitz („Walter-Bauer-Haus“) in der Heinrichstraße 8 errichten.