Grundlagen zur Berufskraftfahrerqualifikation

Seit dem 10. September 2008 müssen Fahrer im Personenverkehr und seit dem 10. September 2009 Fahrer im Güterkraftverkehr eine Grundqualifikation im Sinne der EU-Ausbildungsrichtlinie erwerben. Eine erste Weiterbildung (auch für die Kraftfahrer, die im Besitz einer alten Fahrerlaubnis sind) muss bis zum 10. September 2014 absolviert werden.
 
Anwendung finden die Vorschriften auf alle Kraftfahrer, die im Güterverkehr Beförderungen durchführen mit Fahrzeugen, für die ein Führerschein der Klase C1, C1+E, C oder C+E erforderlich ist. Dies gilt unabhängig davon, ob sie als Selbstständige oder als Arbeitnehmer im gewerblichen Güterverkehr oder im Werkverkehr tätig sind.
Auch Drittstaatenangehörige, die von einem in der EU niedergelassenen Unternehmen beschäftigt werden, fallen unter den Geltungsbereich der Richtlinie. Die Vorschriften gelten auch für alle Fahrer im Personenverkehr, die im Besitz eines Führerscheins der Klasse D1, D1+E, D oder D+E sind oder für die ein als gleichwertig anerkannter Führerschein erforderlich ist.
Nach Artikel 3 der Richtlinie müssen diese Fahrer seit dem 10. September 2009 ein System für die Grundqualifikation durchlaufen, das allerdings für solche Fahrer nicht gilt, die einen Führerschein besitzen, der spätestens zwei beziehungsweise drei Jahre nach dem Schlusstermin für die Umsetzung der Richtlinie ausgestellt worden ist.
Im Klartext bedeutet das:
Inhaber von Führerscheinen, die ihn vor dem 10. September 2008 (Personenverkehr) und 10. September 2009 (Güterkraftverkehr)erworben haben, genießen Besitzstandsschutz und sind damit von der Grundausbildung. Sie müssen aber innerhalb von fünf Jahren fünf Schulungseinheiten mit jeweils sieben Stunden absolvieren.
Die Mitgliedstaaten können zwischen zwei Optionen wählen, wie die Grundqualifikation durchgeführt werden soll:
  • Option 1 beinhaltet eine Kombination von Unterricht und Prüfung
  • Option 2 beschränkt sich hingegen auf eine Prüfung ohne Unterrichtsteilnahme.
Daneben können die Mitgliedstaaten auch eine beschleunigte Grundqualifikation vorsehen, die eine obligatorische Teilnahme am Unterricht mit anschließender Prüfung vorsieht. Diese Möglichkeit wird in Artikel 5 der Richtlinie ausführlich behandelt.