Konjunktur tritt leicht auf der Stelle

Konjunkturbericht der IHK Fulda zum Frühsommer 2016

 

„Die Konjunktur in der Region tritt leicht auf der Stelle“, erklärt Stefan Schunck, Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda, die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage in seinem IHK-Bezirk.

Etwas mehr als 36 % der Betriebe berichteten im Mai von einer guten Geschäftslage, das sind 5 Prozentpunkte weniger als zu Beginn des Jahres. Gleichzeitig ist die Zahl der Unternehmen mit aktuell befriedigendem Geschäftsverlauf auf 58,4 % gestiegen (Januar 2016: 52,4 %), lediglich 5 % der Unternehmen sprechen von einer schlechten wirtschaftlichen Lage.
Der Blick in die kommenden Monate fällt zurückhaltender aus. Ein Viertel der Betriebe geht von einer eher günstigen Geschäftslage aus (Januar 2016: 36,7 %), in etwa gleich bleiben wird die wirtschaftliche Situation bei 61,8 % der Unternehmen, 13,2 % erwarten dagegen rückläufige Wirtschaftszahlen.
Der Geschäftsklimaindex, der sich aus der Einschätzung der derzeitigen wie auch der zukünftigen Geschäftslage zusammensetzt, ist im Mai auf 121,1 Punkte gesunken (Januar 2016: 130,1 Punkte) und liegt damit auch unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau (123,5 Punkte). Die vorsichtigere Einschätzung seitens der Unternehmen ist vor allem auch deswegen bemerkenswert, weil wichtige wirtschaftliche Rahmendaten, wie Kreditzinsen und Energiepreise günstig sind und sich auf nach wie vor sehr niedrigem Niveau bewegen.
Bei den Industriebetrieben sprechen 37,5 % von einer aktuell guten Geschäftslage (Januar 2016: 50 %), befriedigend ist sie bei 48,3 % (Januar: 42,3 %). Die Zahl der Unternehmen dieses Wirtschaftszweiges, die eine günstigere Entwicklung in den kommenden Monaten erwarten, ist von 48 % (Januar 2016) auf aktuell 30 % gesunken, entsprechend angestiegen sind dagegen die Annahmen einer eher gleich bleibenden Geschäftslage.
Leicht gegenläufig ist die Einschätzung des Handels. Hier hat die Zahl der Unternehmen mit guter derzeitiger Geschäftslage im Vergleich zur Januarumfrage auf 37,5 % zugenommen (Januar: 32 %) und auch die Umsatz- und Ertragserwartungen in den kommenden Monaten sind in dieser Branche recht stabil. Damit wird deutlich, dass die private Konsumnachfrage nach wie vor ein Stabilitätsanker ist.
Bei den Dienstleistungen sprechen 38,5 % von einer guten, 61,5 % von einer befriedigenden Geschäftslage. Innerhalb dieser Branche sind vor allem die Banken skeptisch hinsichtlich der Perspektiven für die kommenden Monate.
Diese Einschätzung führt insgesamt dazu, dass die Investitionsbereitschaft der Unternehmen im IHK-Bezirk zwar nach wie vor hoch, aber im Vergleich zum Jahresbeginn leicht abnehmend ist. Besonders ausgeprägt ist diese Tendenz bei den Industriebetrieben: Hier rechnen nur noch ein Drittel der Firmen (Januar: über 60 %) mit zunehmenden, dafür aber 12,5 % (Januar: 3,8 %) mit rückläufigen Investitionsaktivitäten.
Recht stabil dagegen dürfte der Arbeitsmarkt in der Region bleiben. Rund 17 % der Firmen gehen sogar von steigenden Beschäftigtenzahlen aus, bei 76 % der Firmen bleibt die Arbeitnehmerzahl weitgehend konstant. Bei den recht beschäftigungsintensiven Industriebetrieben sprechen sogar 25 % (Januar: 19 %) von wachsenden Beschäftigungszahlen, ein Indiz für Stabilität auf dem Beschäftigungsmarkt. Die größte Unsicherheit für die weitere wirtschaftliche Entwicklung sehen die Unternehmen im Fachkräftemangel und in der Inlandsnachfrage.
„Die aktuelle Konjunkturumfrage zeigt für die regionale Wirtschaft eine klassische Seitwärtsbewegung auf. Die Unternehmen blicken etwas vorsichtiger in die Zukunft und schätzen vor allem ihre Exportaussichten zurückhaltender ein“, kommentiert Stefan Schunck die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage.