Wirtschaftslage weiterhin stabil

Konjunkturbericht der IHK Fulda zum Herbst 2017

 

„Die wirtschaftliche Lage in Osthessen dürfte auch in den kommenden Monaten stabil bleiben“, erläutert Stefan Schunck, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Fulda, die Ergebnisse der Herbst-Konjunkturumfrage im Bezirk der IHK Fulda.

Eine gute derzeitige Geschäftslage haben – der Umfrage zufolge – rund 40 der Unternehmen; 55 Prozent der Betriebe sprechen von einem befriedigenden Geschäftsverlauf. Das sind jeweils unwesentlich weniger als in der vergangenen Umfrage vom Mai 2017. Eine schlechte Geschäftslage beklagen nur 5 Prozent der Betriebe.
 
Aktuelle Geschäftslage HighChart
 
Und auch in den kommenden Monaten wird sich an dieser guten Lage kaum etwas ändern. Die Zahl der Unternehmen, die eine weitere Verbesserung in den kommenden Monaten erwarten, hat leicht abgenommen und liegt nun bei 14,5 Prozent (Mai 2017: 18,8 Prozent), dafür rechnen über 72 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe mit einer Fortsetzung der guten Entwicklung (Mai 2017: 71 Prozent). 13 Prozent der Firmen blicken etwas skeptischer in die Zukunft und gehen von einer nachlassenden Geschäftstätigkeit aus.
 
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Der Geschäftsklimaindex, der sich aus den Einschätzungen der derzeitigen wie der zukünftigen Geschäftslage zusammensetzt, liegt aktuell mit 117 Punkten nach wie vor auf hohem Niveau, aber etwas niedriger als in der vergangenen Umfrage von Mai 2017 (123,4 Punkte).
  
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Zwischen den einzelnen Branchen gibt es leichte Unterschiede.
Bei den Industriebetrieben ist eine etwas zurückhaltendere Einschätzung gegenüber der Mai-Umfrage spürbar. Von 42,4 Prozent wird die Lage als gut und von immer noch über 50 Prozent als befriedigend bezeichnet. 6 Prozent der Unternehmen in dieser Branche sprechen von einer schlechten Geschäftsentwicklung. Mit einer weiteren Verbesserung in den kommenden Monaten rechnen knapp 12 Prozent der Firmen, das sind rund 10 Prozentpunkte weniger als in der Mai-Umfrage. Demgegenüber ist die Zahl der Skeptiker von rund 9 auf knapp 18 Prozent angestiegen. Hier könnten sich Unsicherheiten über die weitere weltwirtschaftliche Situation bemerkbar machen, von der die Industriebetriebe traditionell sehr abhängig sind.
Beim Handel hingegen hat sich die Stimmung weiter aufgehellt: Über 31 Prozent verzeichnen derzeit eine gute Geschäftslage (Mai 2017: 28 Prozent) und 62 Prozent beurteilen ihre derzeitige Situation als befriedigend. Und auch die Erwartungen für die nächste Zeit sind sehr positiv: Ein Viertel der Betriebe geht von steigenden Umsätzen aus, 69 Prozent sehen eine etwa gleichbleibende Entwicklung. Mit rund 6 Prozent sind die Negativmeldungen recht niedrig. Das kommende Weihnachtsgeschäft scheint dem Handel bereits jetzt weiteren Auftrieb zu geben.
Auch bei den Dienstleistungen bleibt die Stimmung positiv. 40 Prozent der Betriebe haben eine gute, 60 Prozent eine befriedigende aktuelle Geschäftslage. Für die kommenden Monate erwarten 16 Prozent der Betriebe noch einen weiteren Aufschwung, über 70 Prozent gehen von gleichbleibender Geschäftstätigkeit aus, 12 Prozent der Dienstleistungsfirmen rechnen mit einer nachlassenden Entwicklung.
In der aktuellen Konjunkturumfrage fällt auf, dass die kleinen Unternehmen deutlich skeptischer als der Durchschnitt aller Betriebe sind. Bei den IHK-Mitgliedern mit bis zu 20 Beschäftigten erwarten rund 22 Prozent einen Rückgang der Geschäftstätigkeit in den kommenden Monaten. Auch die Bewertung der aktuellen Geschäftslage fällt hier zurückhaltender aus. Immerhin knapp 17 Prozent der Firmen in dieser Betriebsgrößenklasse sprechen von einer schlechten Lage.
Die Investitionsneigung in den regionalen Unternehmen insgesamt ist nach wie vor ordentlich. Über ein Viertel rechnen mit zunehmenden Investitionen (Mai 2017: 29 Prozent), bei 63 Prozent der Betriebe bleiben die Investitionsplanungen in etwa gleich (Mai 2017: 56 Prozent), 11 Prozent gehen von rückläufiger Investitionstätigkeit aus. Auch die Beschäftigung wird in Osthessen auf hohem Niveau bleiben. Über 14 Prozent der Unternehmen wollen ihre Mitarbeiterzahl erhöhen (Mai 2017: 18 Prozent). Bei 73,5 Prozent der Firmen bleibt die Beschäftigtenzahl voraussichtlich konstant und lediglich 12 Prozent der Betriebe gehen von einer Reduktion aus.
Als die wichtigsten Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung werden von den Unternehmen an erster Stelle der drohende Fachkräftemangel, gefolgt von einer nachlassenden Inlandsnachfrage und steigende Arbeitskosten genannt. Das Hauptmotiv für die Suche nach Fachkräften ist bei den Unternehmen der Ersatz von altersbedingt ausscheidenden Mitarbeitern und die steigenden Qualifikationen am jeweiligen Arbeitsplatz. Als mögliche Folgen des Fachkräftemangels sehen die Unternehmen vorrangig eine Mehrbelastung der vorhandenen Mitarbeiter und das Risiko, dass das Wachstumspotenzial des Unternehmens nicht ausgeschöpft werden kann, weil Aufträge nicht zeitgerecht abgearbeitet werden können.
„Es ist nicht alles Gold, was glänzt“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schunck zu den aktuell guten Fuldaer Konjunkturdaten. „Wir müssen aufpassen, dass insbesondere die kleinen Unternehmen mit bis zu 20 Mitarbeitern nicht abgehängt werden. Ihnen fällt es tendenziell schwerer, den digitalen Wandel zu vollziehen und im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte erfolgreich zu sein. Die IHK Fulda wird für diese Unternehmensgruppe ihr Informations- und Beratungsangebot verstärken und sich gemeinsam mit den Partnern des Regionalen Standortmarketings dafür einsetzen, die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern.“