„Normalität“ bis Jahresende erwartet

Die Zahl der von der Corona-Krise im Landkreis Fulda hart getroffenen Unternehmen ist weiterhin sehr hoch. Aus der aktuellen Blitzumfrage der IHK Fulda lassen sich aber auch Entwicklungen ablesen, die Anlass für vorsichtigen Optimismus geben.

85 Prozent der Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben, erwarten bis Jahresende einen Umsatzrückgang als Folge der Corona-Pandemie. Während die Hälfte der befragten Unternehmen mit Umsatzeinbußen von bis zu 25 Prozent rechnen, gehen wie schon in der Umfrage Ende März über 15 Prozent der Betriebe von einem Rückgang von mehr als 50 Prozent aus.
Als größte Auswirkungen der Corona-Pandemie werden „geringere Nachfrage“ (68 Prozent), „Kürzung der eigenen Investitionsplanungen in diesem Jahr“ (56 Prozent) und „Stornierung von Aufträgen durch Kunden“ (44 Prozent) genannt.
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Maßnahmen zeigen positiven Effekt

Trotz der weiterhin starken Betroffenheit der regionalen Wirtschaft rechnen über die Hälfte der befragten Unternehmen mit einer Rückkehr zur Normalität ihrer Geschäfte bis zum Jahresende. 27 Prozent hingegen rechnen erst in 2021 oder später mit einer Normalisierung. Rund zwölf Prozent der befragten Unternehmen gaben an, jetzt schon wieder auf oder über Vorkrisenniveau zu arbeiten. „Die Unterstützungsprogramme und die schrittweise Wiederöffnung wirken sich positiv auf die Erwartungen der regionalen Wirtschaft aus“, sagt Michael Konow, Hauptgeschäftsführer der IHK. Gleichzeitig dürfe eine Rückkehr der Geschäfte auf das Vorkrisenniveau nicht darüber hinwegtäuschen, dass über Monate keine oder nur geringe Umsätze erzielt wurden und nicht alle Branchen auf Nachholeffekte setzen können.

Erreichtes nicht verspielen

Infolgedessen haben rund zwei Drittel der befragten Unternehmen angegeben, dass sich ihre finanzielle Situation verschlechtert hat. Um der Krise zu begegnen, setzen 53 Prozent auf eine verstärkte Digitalisierung im Unternehmen, 46 Prozent auf Rationalisierung und rund 30 Prozent auf eine Umstellung des Geschäftskonzeptes. 64 Prozent der Unternehmen planen mit gleichbleibendem Personal, während 34 Prozent planen, Personal abzubauen.
„In der Krise gehen einige Unternehmen neue und digitalere Wege. Dies könnte sich langfristig positiv auf die regionale Wirtschaft auswirken“, betont Michael Konow. „Kurzfristig geht es aber darum, dass Erreichte nicht zu verspielen und ein Wiederansteigen der Infektionszahlen mit einem möglichen zweiten Lockdown zu verhindern“. Denn eine vollständig hochgefahrene regionale Wirtschaft sei das beste Konjunkturprogramm.