IHK-Gründerempfang

Die vier Ebenen der Kommunikation* können je nach Stimmungslage des Empfängers zu sehr eigenen Interpretationen führen. Dass das theoretische Modell in der Praxis funktioniert, bewies der Vortrag von Gastrednerin „Dr. Maria Gladiß“ – alias Barbara Gottwald vom Theater Mittendrin – beim Gründerempfang der IHK Fulda. Rund 60 Jungunternehmerinnen und Unternehmer erlebten einen lebendigen Abend mit unerwarteter Wendung.

In seinem Grußwort lud IHK-Vizepräsident Michael Döppner die Gäste dazu ein, die IHK und ihr Netzwerk zu nutzen, einen engen wirtschaftlichen Austausch zu pflegen und Stärken zu bündeln. In der Fuldaer Unternehmerfamilie sei immer Platz für kreative Köpfe mit ungewöhnlichen Ideen und innovativen Leistungen. Gerade kleine und mittlere Betriebe würden die Volkswirtschaft stützen. Allerdings sei das Image des Unternehmertums noch immer zu negativ – zu Unrecht. „Daran müssen wir gemeinsam arbeiten!“, appellierte der Geschäftsführende Gesellschafter der Leopold Feuerstein Holztechnik GmbH an die Gründer und empfahl ihnen zudem Institutionen wie das regionale Gründernetzwerk, die Wirtschaftsjunioren Fulda oder Vereine wie Zeitsprung und Rockwerk zu nutzen. Sie seien wichtige Bausteine, um Selbstständige enger miteinander zu verknüpfen, unterstrich Döppner.
Von Einzelgesprächen bis hin zu Netzwerktreffen: Anschließend stellten IHK-Geschäftsführer Hermann Vogt und IHK-Gründungsberater Martin Räth das Angebot der rund 14.000 Mitglieder starken Interessenvertretung vor. Zahlreiche Veranstaltungen, Informationstage und Workshop-Reihen oder auch die beliebte Existenzgründertour mit Lamas sind bei Gründern sehr gefragt. Nicht zuletzt ist die IHK über ihr großes Netzwerk eng mit der Politik im In- und Ausland verknüpft.

Vier-Ohren-Modell ganz praktisch

Schauspielerin Barbara Gottwald vom Theater Mittendrin aus Fulda verkörperte die „Gastrednerin Dr. Maria Gladiß“, ihr Mann Christoph den „Copyshop-Betreiber Kunze“. Barbara Gottwald, die tatsächlich Kommunikationswissenschaftlerin ist, verstand es, das Vier-Ohren- Modell von Friedemann Schulz von Thun perfekt in Szene zu setzen. Dass der beste Vortrag allerdings nichts bringt, wenn im Publikum ein Störenfried die Beziehungsebene verletzt, bewies „Herr Kunze“ eindrucksvoll.  Die Gründerinnen und Gründer unterstützten die humorvolle Darbietung authentisch, zumal die Zuhörer erst nach der „Aufklärung“ erfuhren, dass es sich bei der Kommunikationsexpertin und dem „Störer“ um Schauspieler handelte. So entwickelte sich eine lebendige Kommunikation auf allen Ebenen des Vier-Ohren-Modells.
*Das Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun ist ein Modell der Kommunikationspsychologie. Danach wird eine Nachricht unter vier Aspekten oder Ebenen beschrieben: Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell. Diese Ebenen werden auch als die „vier Seiten einer Nachricht“ bezeichnet. Quelle: Wikipedia